St. Moritz
Unter der oberfläche

Auf Initiative des Badrutt’s Palace befreiten die "Abfalltaucher" Schweiz gemeinsam mit der Gemeinde St. Moritz, der Kantonspolizei, dem Segelclub und zahlreichen Helfenden den St. Moritzersee von Abfällen. Der aufwendige Einsatz zeigte, was unter der Wasseroberfläche verborgen liegt – und wie viel durch gemeinsames Engagement erreicht werden kann.
Der St. Moritzersee prägt das Bild und das Leben der Destination zu jeder Jahreszeit. Er öffnet den Blick, schafft Weite und ist für Einheimische wie Gäste einer der wichtigsten Orte für Erholung, Sport und Begegnung. Was sich unter seiner Oberfläche befindet, bleibt hingegen meist unsichtbar. Umso wichtiger war die Reinigungsaktion, die auf Initiative des Badrutt’s Palace stattfand. Der gemeinnützige Verein “Abfalltaucher Schweiz” reiste eigens dafür ins Engadin, um ausgewählte Bereiche des St. Moritzersees systematisch von Abfällen zu befreien.




Eine gemeinsame Initiative
Das Badrutt’s Palace hatte den Kontakt zum Verein Abfalltaucher aufgenommen, der sich auf die Reinigung von Schweizer Seen und Flüssen spezialisiert hat. Es wurde jedoch schnell klar, dass eine Aktion dieser Grössenordnung weit mehr benötigt als Unterkunft und Verpflegung. Die Gemeinde St. Moritz, die Kantonspolizei und der Segelclub unterstützten den Einsatz daher mit Personal, Fachwissen, Material und Infrastruktur. Das Badrutt’s Palace stellte 15 Helfende; mindestens ebenso viele Personen von Gemeinde, Polizei und Segelclub sorgten an Land und auf dem Wasser für einen sicheren und reibungslosen Ablauf. Gerade in der Höhenlage von St. Moritz (1850 Meter über dem Meer) war eine sorgfältige Vorbereitung entscheidend. Die Taucherinnen und Taucher reisten deshalb bereits am 26. Juni an, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen und den Einsatz gemeinsam mit den lokalen Partnern vorzubereiten.

Zwei Tauchgänge, ein gemeinsames Ziel
Am Morgen des 27. Juni begann der erste Tauchgang im Bereich zwischen dem Segelclub und dem Waldhaus. Am Nachmittag konzentrierte sich das Team auf den Abschnitt zwischen der Eisarena und dem Segelclub. Die Eisarena diente den Tauchenden als Basis für ihre umfangreiche Ausrüstung. Zusätzlich wurde ein Spezialboot eingewassert, das mit einem Kran ausgestattet war und bei der Bergung besonders schwerer Gegenstände mehrfach zum Einsatz kam. Während die Taucherinnen und Taucher den Seegrund absuchten, standen Helfende auf Booten und am Ufer bereit, um die geborgenen Gegenstände entgegenzunehmen. An Land wurde der Abfall entsprechend sortiert und direkt abtransportiert. Diese enge Abstimmung war entscheidend, damit sich die Tauchenden auf ihre anspruchsvolle Arbeit unter Wasser konzentrieren konnten.
Der Erfolg der Aktion wurde nicht an der Menge oder am Sensationswert der Funde gemessen. Ziel war es, alles aus dem Wasser zu entfernen, was nicht in den See gehört – vom vergessenen Schirm über einen alten Kinderschlitten und einen Ski bis hin zu Kleidungsstücken, Schläuchen und Metallteilen, insgesamt wurden mehr als eine Tonne Abfall aus dem See geholt. Gerade diese alltäglichen Gegenstände zeigen, dass der Schutz eines Gewässers bei jedem einzelnen Stück Abfall beginnt. Einzelne Fundstücke wirkten auf den ersten Blick kurios. In ihrer Gesamtheit machen sie jedoch deutlich, wie wichtig regelmässige Reinigungsaktionen sind. Abfälle können über viele Jahre im Wasser verbleiben, Lebensräume beeinträchtigen und eine Gefahr für Tiere und Menschen darstellen. Die Aktion hatte deshalb nicht nur einen unmittelbaren Reinigungseffekt. Sie machte auch sichtbar, dass der Schutz eines Gewässers eine gemeinsame und dauerhafte Aufgabe ist.

Ehrenamtlicher Einsatz für Schweizer Gewässer
Der steuerbefreite, gemeinnützige Verein Abfalltaucher Schweiz zählt rund 300 Mitglieder, die sich vollständig ehrenamtlich engagieren. Jährlich führt der Verein zwischen zwölf und 15 Cleanups in Seen und Flüssen in der ganzen Schweiz durch. Allein 2025 bargen die Mitglieder mehr als 30 Tonnen Abfall aus Schweizer Gewässern. Neben den Einsätzen unter Wasser leistet der Verein Präventions- und Sensibilisierungsarbeit. Mit Vorträgen an Schulen, in Unternehmen, Vereinen und auf Messen fördert er das Umweltbewusstsein und zeigt auf, wie Abfall vermieden und verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umgegangen werden kann. Sämtliche Einsätze finden in der Freizeit und ohne Entschädigung statt. Finanziert wird die Arbeit ausschliesslich durch Spenden, Sponsoring und Partnerschaften. Die Unterstützung fliesst unter anderem in Sicherheitsmaterial, Einsatzboote, Anhänger, Hebesäcke, Seile, Handschuhe, Bewilligungen und die fachgerechte Entsorgung des geborgenen Materials.
Die Reinigung des St. Moritzersees war nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich. Der Einsatz verband die Erfahrung der Abfalltaucher mit der lokalen Kenntnis und Infrastruktur von Gemeinde, Polizei und Segelclub sowie der organisatorischen und personellen Unterstützung des Badrutt’s Palace. Das Ergebnis reicht damit über die geborgenen Gegenstände hinaus. Die Aktion zeigte, wie ein Hotel, öffentliche Institutionen, lokale Organisationen und ehrenamtlich Engagierte gemeinsam konkrete Verantwortung für einen Ort übernehmen können, der für die gesamte Destination von zentraler Bedeutung ist. Der St. Moritzersee wird weiterhin Blicke auf sich ziehen, Raum geben und Menschen zusammenbringen. Die Reinigungsaktion hat dazu beigetragen, dass dies nicht nur an seiner Oberfläche sichtbar bleibt.

Veröffentlicht in September 2026
St. Moritz
Unter der oberfläche

Auf Initiative des Badrutt’s Palace befreiten die "Abfalltaucher" Schweiz gemeinsam mit der Gemeinde St. Moritz, der Kantonspolizei, dem Segelclub und zahlreichen Helfenden den St. Moritzersee von Abfällen. Der aufwendige Einsatz zeigte, was unter der Wasseroberfläche verborgen liegt – und wie viel durch gemeinsames Engagement erreicht werden kann.
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