
Menschen & Ereignisse
Manche Kooperationen werden geplant. Andere entstehen zufällig.
Wie Badrutt’s Palace und SWISS gemeinsame Werte in eine aussergewöhnliche Partnerschaft verwandelten.
Im Badrutt’s Palace Hotel verantwortet Regula Peter den Bereich Human Resources für ein Team, das sich einer von Aufmerksamkeit und Präzision geprägten Gastfreundschaft verschrieben hat. Gleichzeitig leitet Evelyn Anliker Meran bei der nationalen Fluggesellschaft Swiss International Air Lines (SWISS) die Ausbildung der Cabin Crews, die genau dieses Verständnis von Service täglich in die Welt tragen.
Die Welten des Badrutt’s Palace Hotel und von SWISS könnten unterschiedlicher kaum sein: Die eine ist geprägt von alpiner Tradition und zeitloser Hotellerie, die andere von internationaler Mobilität und globaler Vernetzung. Doch als sich die Wege der beiden Frauen beruflich kreuzten, wurde schnell deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten beide Unternehmen verbinden, insbesondere in ihrem Verständnis von Service, Präzision, Teamkultur und Gästeerlebnis.
„Wir haben sehr schnell festgestellt, dass wir weit mehr als nur ähnliche Verantwortlichkeiten teilen“, sagt Regula Peter. „Wir teilen eine gemeinsame Vorstellung davon, wie sich exzellenter Service anfühlen sollte.“
Beide Marken stehen sinnbildlich für Schweizer Exzellenz. Herausragender Service ist selten laut oder theatralisch. Er ist leise, souverän und persönlich, geprägt von der Fähigkeit, Bedürfnisse zu erkennen, bevor sie ausgesprochen werden. „Entscheidend ist das emotionale Erlebnis, das Gefühl, umsorgt, beschützt und verstanden zu werden“, erklärt Peter. Aus dieser gemeinsamen Philosophie begann eine Idee Form anzunehmen.
„Was könnte schöner sein als ein luxuriöser Aufenthalt, der bereits in der Heimatstadt beginnt, in dem Moment, in dem man seinen Platz im Flugzeug einnimmt, und sich nahtlos im Hotel fortsetzt? Genau diese Verbindung hebt Reisen auf ein völlig neues Niveau“, sagt Evelyn Anliker Meran.



Die Menschen hinter dem Erlebnis
Aussergewöhnliche Gästeerlebnisse, ob in einer Luxussuite in St. Moritz oder in einer First Class Kabine, hängen letztlich immer von den Menschen ab, die sie ermöglichen. Die Ausbildung muss präzise sein, die Standards kompromisslos hoch und die Haltung zugleich herzlich, intuitiv und auch unter Druck souverän.
„Die Standards des Hotels sind so aussergewöhnlich hoch, dass schnell klar wurde, dass wir auf sinnvolle Weise zusammenarbeiten könnten“, ergänzt Anliker Meran. „Uns wurde früh bewusst, wie viel wir gemeinsam haben, nicht nur in unserer Servicephilosophie, sondern auch darin, wie wir unsere Teams entwickeln.“
Dieses gemeinsame Verständnis von Menschen, Kultur und Handwerk inspirierte ein einzigartiges Austauschprogramm, das Mitarbeitenden ermöglicht, nahtlos zwischen beiden Welten zu wechseln. Hotelmitarbeitende können während der ruhigeren Sommermonate als Cabin Crew abheben, während Airline Mitarbeitende in die Welt der Luxushotellerie am Boden eintauchen.
„Im Winter beschäftigen wir knapp 700 Mitarbeitende, im Sommer etwa die Hälfte davon, da weniger Restaurants geöffnet sind“, erklärt Peter. „Deshalb war es ein naheliegender Schritt, jenen, die Jahr für Jahr zu uns zurückkehren, auch für die Sommersaison eine Alternative anzubieten. So entstand die Idee, während der Sommermonate als Cabin Crew bei SWISS zu arbeiten, neue Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig die eigene Hospitality Expertise in eine andere Rolle einzubringen.“
Für Anliker Meran ist dies eine logische Weiterentwicklung. „Es ist eine Win-win-win-Situation für SWISS, für das Hotel und natürlich für die Mitarbeitenden, die Einblicke in zwei unterschiedliche Welten gewinnen und wertvolle Erfahrungen in ihr jeweiliges Umfeld zurücktragen.“
Während das Hotel im Winter deutlich mehr Mitarbeitende benötigt, verhält es sich bei der Airline in der Regel genau umgekehrt. Die Nutzung dieser gegenläufigen Zyklen schafft Mehrwert für alle Beteiligten und rückt gleichzeitig den Gast noch stärker ins Zentrum.
Was ursprünglich als praktische Lösung begann, offenbarte bald eine tiefere Bedeutung: die Chance, Fähigkeiten, Perspektiven und Karrierewege zu erweitern. „Es ging nie um die Anzahl der Teilnehmenden“, sagt Evelyn Anliker Meran. „Es ging darum, eine sinnvolle Möglichkeit zu schaffen und einer kleinen Gruppe von Mitarbeitenden die Chance zu geben, diese Erfahrungen zu sammeln. Genau das haben wir erreicht.“
Die Idee Wirklichkeit werden lassen
Die Umsetzung des Konzepts erforderte Geduld. Rechtliche Rahmenbedingungen, Gewerkschaftsvereinbarungen, Ausbildungsanforderungen und operative Prozesse verlangten monatelange Abstimmungen. Doch die Überzeugung blieb stets bestehen. „Es war komplex“, räumt Peter ein. „Aber wir waren beide überzeugt, dass es sich lohnt.“
Seit dem Start entwickelt sich die Partnerschaft kontinuierlich weiter. Über das Austauschprogramm hinaus tauschen beide Organisationen heute aktiv Erkenntnisse zu Leadership, Ausbildung und Innovation aus. Best Practices fliessen ganz selbstverständlich in beide Richtungen, dort die Präzision der Airline, hier die tief personalisierte Form der Hotellerie.
Weitere Elemente der Zusammenarbeit umfassen Menüs an Bord der SWISS First und Business Class, inspiriert vom Badrutt’s Palace und der Engadiner Region.
Für die Gäste bleibt diese Verbindung vielleicht weitgehend unsichtbar und ist dennoch deutlich spürbar: in der intuitiven Aufmerksamkeit eines Hotelmitarbeitenden, der Monate über den Wolken gearbeitet hat. In der ruhigen Souveränität einer Flight Attendant, die einst eine Wintersaison in St. Moritz verbracht hat. In dieser besonderen Mischung aus Leichtigkeit, Sicherheit und Herzlichkeit.
Denn letztlich wird ein Erlebnis weder durch Höhe noch durch eine Adresse definiert, sondern dadurch, wie es sich anfühlt.
Veröffentlicht in September 2026
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